Immer ein bisschen beleidigt - aber mit Humor
Zum Tod der Schauspielerin Käte Jaenicke

München - Die Schauspielerin Käte Jaenicke, die in dem Erfolgsfilm "Die Blechtrommel" und zahlreichen TV-Serien mitspielte, ist am 1. November im Alter von 79 Jahren in München gestorben.


Mit den Finger spielend und liebenswert trotzig, wie man sie kannte: Käte Jaenicke hier mit Gustav Knuth in der Serie "Alle meine Tiere".

Die Theaterschauspielerin wurde am 22.03.1923 in Danzig geboren und war seit Ende der 50er Jahre ein Dauergast in Kino und TV. Häufig verkörperte sie Küchenhilfen oder Dienstboten, gelegentlich mit ostpreußischem Dialekt. In ihrer Rolle als resolutes Faktotum Lenchen in der Fernsehserie "Alle meine Tiere" wurde sie einem breiteren Publikum bekannt. Bei der legendären Fernsehfamilie "Hesselbach" aus der Feder des Journalisten und Satirikers Wolf Schmidt war sie zeitweise in der Rolle der Sekretärin Fräulein Sauerberg zu sehen. Aber auch zahlreiche Gastauftritte in Krimiserien wie "Der Alte" und "Derrick" gehören zu ihrer Biographie. Der Spitzname "Suppenhuhn" aus der Serie "Neues vom Kleinstadtbahnhof" blieb auch privat an ihr hängen. In ihren Rollen spielte sie oft die leicht Beleidigte. Ihr hintersinniges Grinsen und der verschmitzte Humor prägten die Gestaltung ihrer Figuren.

Neben Auftritten in Kinostreifen wie "Das blaue Meer und Du" (1959) und "Unser Haus in Kamerun" (1961, mit Götz George und Johanna von Koczian) war Käte Jaenike auch im anspruchsvollen Kino zu erleben. In der Oscar-gekrönten "Blechtrommel"-Verfilmung von Volker Schlöndorff spielte sie die Mutter Truczinski, und 1984 verkörperte sie eine chilenische Großmutter in der Antonio Skarmeta-Verfilmung "Abschied in Berlin" zusammen mit ihrer Tochter Anja Jaenicke. In der legendären TV-Serie "Holocaust" war sie als Frau Löwy zu sehen. Auf der Bühne war sie Gast am Berliner Renaissance-Theater, in den Bühnen am Kurfürstendamm, am Kleinen Theater am Zoo in Frankfurt am Main und am Nationaltheater Mannheim.

kpl/dpa
12.11.2002

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