Streiche, Mantel, Degen und Tenöre
Das Fränkische Theater eröffnet seine Freilichtsaison

Maßbach - Man glaubt es kaum, schon wieder ein Jahr. Die Stücke vom letzten Jahr sind noch gar nicht vergessen, da fängt das Fränkische Theater auf Schloß Maßbach schon wieder an, im Freien zu spielen. Nach der erfolgreichen Wintersaison im Intimen Theater des Schlosses, darf man sich nun wieder auf glänzende Theateraktionen vor dem Schloß freuen. Mit dem französischen Lustspielklassiker "Die Gaunereien des Scapin" von Molière wird an diesem Wochenende gestartet. Und es gibt sogar noch ein paar Karten! Im Juli sind die weltbekannten "Drei Musketiere" zu Gange und im August steigert sich das Theatergeschehen zur glänzenden Farce mit "Otello darf nicht platzen".


Die Gaunereien des Scapin

Photographie: Fränkisches Theater

Das Schloß gibt wie immer eine prächtige Kulisse ab für die Freilichtspiele. An diesem Wochenende startet man in die neue Saison. Molières "Scapin" wird zwar selten gespielt, ist aber doch ein klassisches Kleinod in der Tradition der französischen "Comédie italienne", die sich ganz an der "Commedia dell'arte" orientierte. Molière kam immer wieder mit dieser Theaterform in Berührung und ließ sich so zu seinem wunderbaren Intrigenstück inspirieren, in dem sich der Diener Scapin (neben den typischen Väter-, Söhne- und Töchter-Figuren) so allerhand herausnimmt, um der Liebe endgültig zum Sieg zu verhelfen. Regie führt in Maßbach Jochen Thau, es spielen Jens Heumann, Nico Jilka, Jessica Latein, Michael Schaller, Alexander Stefi, Thomas Straus, Patrick Twinem, Inka Weinand und Nadja Winter. Die Bühne stammt von Ulrich Hüstebeck, für die Kostüme ist Doreen Schlötzer zuständig.

Schon am 27. Juni hat das Stück "Die Drei Musketiere" Premiere, eine Bearbeitung des berühmten und beliebten Stoffes von Alexandre Dumas. Regie wird Rolf Heiermann führen, der im vergangenen Jahr mit dem "Weißen Rössl" von sich reden gemacht hat. Das Mantel- und Degenabenteuer das im lebenslustigen und abenteuerlichen Paris des 17. Jahrhunderts spielt scheint wie gemacht für das Maßbacher Schloß und seinen Park. Die Pläne des Theaters versprechen ein aufwendiges Spektakel, das die verzaubernde Schloßkulisse mit den Fenstern und Türmchen, Simsen und Söllern voll mit ins Spiel einbezieht. Anita Rask-Nielsens Bühne und Heiermanns (sicher wieder artistisch-überraschende) Inszenierung versprechen ein interessantes Spiel für die ganze Familie.

Das Kinder- und Ritterstück "Igraine Ohnefurcht" der Erfolgsautorin Cornelia Funke paßt da ganz zum Abendstück für Erwachsene. Igraine lebt mit ihren Eltern auf Burg Bibernell, wo die Steinlöwen überm Tor brüllen wenn sich ein Fremder nähert und wo die Bücher singen können: ihre Eltern sind Zauberer und natürlich kann auch ihr großer Bruder Albert zaubern... Premiere der Regie von Claus Gutbier ist am 24. Juni. Gespielt wird vormittags und an einigen Nachmittagen. Schulklassen sind ebenso willkommen wie Familien.

Den Abschluß im August bildet mit der Premiere am 7. 8. Ken Ludwigs Farce "Otello darf nicht platzen". Die Nobelsuite des Grand Hotels ist das Refugium des weltberühmten italienischen Tenors Tito Merelli, der am Abend in der Städtischen Oper ein einmaliges Gastspiel von Verdis "Otello" geben soll. Max, Assistent der Oper und selbst angehender Sänger, findet Tito einige Stunden vor der Vorstellung leblos auf und nimmt notgedrungen dessen Rolle ein... in gewohnt heiterer Maßbacher Komödienmanier wird sich Fritz-Peter Schmidle (der Kellner Leopold und Regisseur von "Spiel's nochmal, Sam") der Regie dieses Stückes annehmen. Wird da ein Auge trocken bleiben?

Auch der Ausblick in die restliche Spielzeit macht neugierig. Geändert hat man in Maßbach die Laufzeiten der Stücke. Man spielt jetzt jedes Stück sechs statt bisher vier Wochen. Auf diese Weise gewinnt man Zeit für ausführlichere Proben und mehr Vorstellungen. Es dürfte also etwas leichter werden im Winter an Karten für das Intime Theater zu kommen. Und auch zusätzliche Abo-Serien konnte man so auflegen, denn Abos sind in Maßbach begehrt. Die Freilichtsaison läuft neuerdings bis in die erste Septemberwoche. Im Anschluß daran gehts nach drinnen mit Yasmina Rezas Erfolgskomödie "Kunst". Außerdem stehen unter anderem das Theaterstück "Die acht Frauen", Ibsens "Gespenster" und Molières "Der Geizige" auf dem Programm. Jetzt beginnt aber erst mal die Sommersaison!

Karten und Infos unter Telefon 09735/235 und www.fraenkisches-theater.de

Christoph Thein
28.05.2003

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