Kultur-Tipp
 
Teubner

Tina Teubner
"Ich - um nur einige zu nennen"
das aktuelle Programm der Chansonette
live und auf CD

"Wieder einmal hat sie es geschafft, daß wir ihr an den Lippen hängen, daß wir jedes Wort, jeden Satzaufbau begierig in unser Herz saugen und beseelt nach Hause gehen.", so schrieb die Rheinische Post zu Tina Teubners neuestem Programm "Ich - um nur einige zu nennen", mit dem sie und ihr Pianist Ben Süverkrüp zur Zeit durch Deutschland touren. Dieses "an den Lippen hängen" ist inzwischen wirklich zu ihrem obersten Qualitätsmerkmal geworden.

Geschult an dem Stil des - in ihren Liedern doch auch immer wieder aufblitzenden - großen Kabarettisten und Liederschreibers Georg Kreisler, schafft sie Reimgebilde zwischen Absurdität, Melancholie und herzhaftem Lachen. Nicht weniger steht die Kölnerin in der großen Tradition des europäischen Chansons. In ihren vergangenen Programmen zitierte sie noch hier und da Friedrich Holländer, Bert Brecht oder Jaques Brel. Immer brillant und mit der ihr eigenen Note schuf sie so Neuinterpretationen erster Güte. Doch ihr Stil - wie gesagt, ein augenzwinkerndes Lächeln mit nicht selten ironischem Hintersinn - gewann mehr und mehr die Oberhand. Mit ihrer "abgebrannten Patentante" schrieb sie sich in ihrem Programm "Nachtwut" (neben anderen hervorragenden Liedern) einen wahren Chanson-Bestseller, der sich erfolgreich in der "Liederbestenliste" des SWR schlug. Mit "Ich" hat sie es nun geschafft, sich vollends zu emanzipieren.

Die überwältigende Mehrheit der Texte stammt von ihr, ebenso wie die Musik, die sich die studierte Musikerin selbst geschrieben hat. Ben Süverkrüp, der Tina Teubner seit dem vergangenen Jahr begleitet, unterstützt die Chansonette hervorragend, sie selbst begleitet sich gern mit Violine, Gitarre, Ukulele und Singender Säge. Sparsam und effektvoll eingesetzt, erzeugt sie damit Stimmung, und treibt sich und noch mehr das Publikum in einen wahren Rausch der Gefühle. Ja, Gefühle beherrscht die Teubner: vom Kloß im Hals bei ihrem Doppel-Lied "Trauriger Rücken/Laß doch die Pferde ziehen" über die melancholische ("Unter blauem Himmel") bis hin zur fröhlich überwundenen Liebe ("Ich hab dich aus meinem Leben gelacht" - ein echter Ohrwurm mit Schlagerqualitäten!). Doch neben der oft beeindruckenden Symbolkraft versteht die Künstlerin, die für ihre Qualitäten den "Sonderpreis zum Deutschen Kabarettpreis 2001" erhielt, auch die herrliche Blödelei. Mit ihrem "Zehengeburtstag" oder dem sprach-ironischen "Jetzat" macht sie Menschen lachen - ohne je platt oder oberflächlich zu werden. Und die Selbstreflexion beherrscht Tina Teubner. Sie singt über "Kunst" und die damit obligatorisch verbundene Publikumsgefälligkeit, sie singt darüber daß "wir noch gleicher sind als uns bislang bewußt" ("Sonett verkehrt"), sie singt, und singt und singt. Aufhören, ihr zuzuhören, fällt schwer.

Tina Teubner hat es geschafft, den Stil zu festigen, der ihr Erfolg bringt. Die FAZ schrieb einst vom , "neuen Star" und von der "großen Zukunft". Angesichts von "Ich - um nur einige zu nennen", würde ich von der großen Gegenwart sprechen.

Christoph Thein
04.04.2002

 

DAS KULTURPLÄTZLE-URTEIL:
"Unbedingt hörenswert - sowohl live als auch auf CD. Immer und immer wieder - bis die unzähligen Ohrwürmer ganz fest im Kopf eingebrannt sind. Und dann noch immer weiter..."


Tina Teubner
wurde 1966 geboren, studierte Musiktherapie in Wien sowie Violine an den Musikhochschulen Düsseldorf und Münster und arbeitete als Bühnenmusikerin am Schauspielhaus in Düsseldorf. 1991 begann sie zu singen und wurde 1993 in Berlin vom VDMK mit dem ersten Preis im "Bundeswettbewerb Gesang für Musical/Chanson" ausgezeichnet. Seitdem hat sie sieben eigene Programme kreiert, mit denen sie durch die deutschsprachigen Länder tourt. 1998 wurde Tina Teubner mit einem Stipendium der GEMA für Textdichter gefördert. Im selben Jahr gewann die Chansonsängerin unter 137 Bewerbern den erstmals ausgerichteten bundesdeutschen Chansonwettbewerb "Zarah". Mit ihrem Programm "Nachtwut" wurde Tina Teubner Siegerin der "Westspitzen 1998". 1999 gewann sie den Kabarett-Cup des Mainzer Unterhauses und bekam im Februar den Förderpreis zum "Deutschen Kleinkunstpreis". Im Januar 2002 wurde ihr der "Sonderpreis zum Deutschen Kabarettpreis" verliehen.

Ben Süverkrüp, geboren 1967, ist Komponist und Pianist. Komposition und Musiktheorie studierte er bei Wolfgang Hufschmidt an der Folkwang Hochschule in Essen, Klavier bei Ana-Otilia Rachmuth und Michael Roll (London) - ergänzt durch Meisterkurse in Klavier (Alexis Weissenberg), Liedbegleitung (Axel Bauni, Leonard Stein u.a.) sowie Cembalo/Hammerflügel (Robert Hill). 1995 gewann er den Kompositionspreis im Bundeshochschulwettbewerb. Ben Süverkrüp spielt als Pianist in Ensembles für Neue Musik und als Begleiter klassischer Solisten ebenso wie in Chanson- und Musical-Produktionen; er komponiert Filmmusik (u.a. fr die Sendung mit der Maus), Kinderopern, Theatermusik, Neue Musik,
Sein breitgefchertes Interesse ermöglichte ihm die Zusammenarbeit mit Willem Breuker, Heiner Goebbels, Luca Lombardi u.a. Mit seinem Vater, dem Liedermacher Dieter Süverkrüp, entstand die CD "Süverkrüp singt Grasshoffs Bellman".

und natürlich gibts noch viel mehr Informationen im Internet unter
www.tinateubner.de

Ich - um nur einige zu nennen

Vertrieb der CD: Conträr Musik

Bestellnummer: 0877-2
ISBN-Nummer: 3-9806941-2-7

Kontakt Tina Teubner: Kulturbüro blau
Merheimer Straße 171
50733 Köln
Tel: 0221-724238
Fax: 0221-724231


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